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Schweiz überall

05.03.2011 - Robert Stadler - St. Gallen , März

Endlich sind wir wieder in der Schweiz. 167 Tage lang haben wir keinen Schweizer Boden mehr betreten, keine Schweizer Bergluft eingeatmet, wurden in Geschäften und Restaurants (mit Ausnahme des Swiss Chalet in Hong Kong) nicht mehr mit „Grüezi“ begrüsst. Es ist schön, wieder hier zu sein. Obwohl die Schweiz uns immer auch begleitet hat. Schon fast auf Schritt und Tritt sind wir im Ausland der Schweiz begegnet. Was uns auch immer wieder stolz gemacht hat.

Natürlich wurden wir immer und überall gefragt, woher wir kommen. Oft wurde die Schweiz mit den bekannten Klischeevorstellungen (Banken, Schokolade, Käse, Uhren, Berge) in Verbindung gebracht, ab und zu mit Schweden oder Schottland (in Kambodscha glaubte einer, dass Sean Connery Schweizer sei) verwechselt oder manchmal merkte man – gerade in den zuletzt bereisten Ländern – den Fragenden an, dass sie von der Schweiz keine Ahnung haben.

Schweizer Produkte haben wir jedenfalls – auch in den weitest entfernten Orten – immer wieder angetroffen: Seien es Geberit-Toilettenspülungen, Schindler-Lifte oder -Rolltreppen, Holcim-Mischwagen, Nähmaschinengeschäfte mit Bernina-Vertretung in Neuseeland, Geschäfte mit Stihl-Werkzeugen, Wernli- und Kambly-Guetzli, Kägi-Fretli oder Frey- und Maestrani-Schoggi in den Ladenregalen, Roger Federer als Werbeträger auf den Trams in Melbourne, Übertragungen von Fidelio-Aufführungen des Zürcher Opernhauses in ein Kino in Adelaide, oder – sowieso omnipräsent – Produkte von Nestlé. An vielen Orten – ist uns insbesondere in Hong Kong aufgefallen – gilt Swissness als Qualitätssiegel schlechthin. Und bei allen Souvenir- und Flughafenläden dieser Welt gibt es Toblerone und Lindt-Schoggi – es kam uns vor, als ob wir ständig aus der Schweiz ausreisen würden. Schön, sind wir wieder zurück in diesem Paradies.

Dank der langen Abstinenz von der Schweiz wird einem sonst Selbstverständliches wieder wertvoll und aussergewöhnlich: Die direkte Demokratie, der wirtschaftliche Erfolg, die Selbstbestimmung, die Werte, der Erfindungsgeist, die intakte Natur, das verantwortungsvolle Miteinander und die Rücksicht auf Minderheiten. Einzig die Tendenz zur Überregulierung in allen Bereichen wird mir wohl vermehrt Mühe bereiten.




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Kommentare

Mär 9, 2011
hoi zäme. ihr habt ne schöne woche ausgesucht, zum nachhause zu kommen :-) macht doch das einleben einfacher. auf bald mal, um über das erlebte zu quatschen.
 
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